Aktuelles

Jahreshauptversammlung, Klimakonferenz und Magdeburger Erklärung

Magdeburg Die Zukunft der Bäume und Wälder Sachsen-Anhalts war das Thema des öffentlichen Teils der Jahreshauptversammlung am 21. April in der Festung Mark in Magdeburg. Im vollbesetzten Saal der Festung  Mark konnte Franz Prinz zu Salm-Salm Verbandsmitglieder aus allen Teilen Sachsen-Anhalts, Politikerinnen und Politiker aller im Landtag vertretenen Parteien und Vertreter befreundeter Verbände begrüßen. Innenminister Holger Stahlknecht dankte in seinem Grußwort allen Waldbesitzern für ihre Leistungen und  verwies darauf, dass durch einseitige ideologische Ausrichtung und geforderten Totalschutz viele vom Wald ausgeschlossen werden würden. In der nach den Stürmen momentan äußerst kritischen Situation dürfe sich, so Stahlknecht, die holzverarbeitende Industrie nicht ihrer Verantwortung entziehen.  

Die mangelhafte Vorbereitung auf Katastrophen wie auf das Sturmtief Friederike und die Stürme des Jahres 2017 habe die im Verband organisierten Waldbesitzer dazu veranlasst, so Prinz Salm in seinen Ausführungen "Friederike und andere Unbilden in Sachsen-Anhalt", ihre Forderungen am Tag der Jahreshauptversammlung 2018 in der Magdeburger Erklärung öffentlich zu machen.

Dr. Christopher P.O. Reyer vom Potsdam Institut für Klimaforschung (PIK-Potsdam) und Professor Dr. Hermann Spellmann von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt Göttingen (NW-FVA) belegten den menschengemachten Klimawandel.  Die Modellbetrachtungen des PIK-Potsdam ergeben bezogen auf die heimischen Baumarten größere Probleme für die Fichte und auch die Buche, weniger große Risiken werden Eiche und Kiefer betreffen. Stürme, Käfer, Feuer und Pilze werden als schnelle Variable zu beachten sein. Nach Prof. Dr. Spellmann verlangt der Klimaschutz tiefgreifende Eingriffe in das Energie- und Wirtschaftssystem, denn der Klimawandel ist da. Forst und Holz, so Spellmann, gehören bei der möglichen Bewältigung des Klimawandels  zu den Guten. Festzustellen ist, dass der Substitutionseffekt größer ist als der Waldspeicher. Es gehe also darum, Holz intelligent zu nutzen. Dabei schneidet das Nadelholz weitaus besser ab als das Laubholz, von dem heute ca. 45 % verbrannt werden. Seine Empfehlung bezogen auf Baumarten: auch Douglasie und Küstentanne nutzen. Bei Laubholzanbau sollte die Roteiche mehr Beachtung finden. In jedem Fall gelte es, den Holzbau nach dem Vorbild Süddeutschlands und Österreichs voranzutreiben. Die Risikosenkung im Wald verlangt weniger Stämme/ha, damit diese mehr Wasser zur Verfügung haben.  Wichtig für die Stabilität sei auch eine rechtzeitige und starke Durchforstung der jüngeren Bestände.

 Hier die Magdeburger Erklärung vom 21. 4. 2018 des Waldbesitzerverbandes Sachsen Anhalt als Download.

Forstwirtschaft unterstützen - Professionalisierung von Privat- und Köperschaftswald voranbringen

Magdeburg Der Antrag der Fraktionen CDU, SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN (Drs. 7/2710)  vom 12. 04. 2018 stellt fest, dass gute Rahmenbedingungen für den Bereich der nachhaltigen Forstwirtschaft von der Regierung zu schaffen sind, um auch in Sachsen-Anhalt den Herausforderungen dauerhaft gerecht zu werden in der Forstwirtschaft und im Cluster Forst und Holz.

"Die Landesregierung wird gebeten" und damit von den drei Regierungsfraktionen aufgefordert, > die für den Waldschutz erforderlichen Anpassungsreaktionen an den Klimawandel zentral über das Landeszentrum Wald zu koordinieren. > eine qualitativ hochwertige Beratung für den Privat- und Körperschaftswald einzusetzen und die Professionalisierung der Forstbetriebsgemeinschaften und Fortwirtschaftlichen Vereinigungen zu unterstützen.  > gut ausgebildetes und ausreichendes Personal im Wald zur Verfügung zu stellen. > im Haushalt ausreichende Fördermittel zur Professionalisierung von Forstlichen Zusammenschlüssen einzustellen. > die forstliche Ausbildung am Standort Magdeburgerforth in der jetzigen Form zu erhalten. > den gesamten Cluster Forst und Holz voranzubringen. > zu prüfen, ob die Holzmobilisierungsprämie (HOMOP) unter Berücksichtigung von Schadereignissen flexibilisiert werden kann. > zu prüfen, ob auch Sachkosten beim Fördertatbestand der Professionalisierung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse gefördert werden können. > sich dafür einzusetzen, dass ein effektiver Pflanzenschutz gewährleistet und weiterentwickelt wird. > darauf hinzuwirken, dass die direkte Förderung der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse ab 1.000 Hektar und eine dauerhafte Förderung über die gesamte GAK-Periode zum Ausgleich des Strukturnachteils für Kleinstprivatwald, soweit ein Beitritt zu einer Forstbetriebsgemeinschaft nicht zumutbar ist, in der GAK verankert werden.

Die Nutz-, Schutz-, Kima-  und Lebensraumfunktionen des Waldes sowie die besondere Bedeutung des Clusters Forst und Holz in und für die ländlichen Regionen werden in der allgemeinen Begründung zum Antrag angegeben. Mit der Annahme des Antrags und der Beschlussfassung durch den Landtag wächst die Hoffnung und die Erwartung in einem Land, das im Jahr 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent das Schlusslicht aller Bundesländer war. 

Wo bleibt die Forstwirtschaft?

Seit langem vermisse er, so Mark von Busse in seinem Leserbrief in der F.A.Z. vom 19. März 2018, in der politischen Diskussion bei der Entwicklung des ländlichem Raumes die Forstwirtschaft. "Mit rund 11,4 Millionen Hektar Waldfläche, was immerhin einem Drittel der Gesamtfläche unseres Landes entspricht, liegt Deutschland im Waldreichtum im europäischen Durchschnitt. Mit der großen Landwirtschaftsfläche (17 Millionen Hektar) geben die Wälder dem Landschaftsbild unserer Republik eine besondere Prägung. Dass auch die Forstwirtschaft und der ländliche Raum absolut zusammengehören, zeigen schon die folgenden beeindruckenden Zahlen: Die Hälfte der deutschen Waldfläche befindet sich in den Händen von zwei Millionen Waldeigentümern. Neben dem öffentliche Wald sorgen sie für nachhaltige Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Der Cluster Forst und Holz beschäftigt 1,2 Millionen Menschen, das sind fast doppelt so viele wie in der Automobilindustrie, und sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von 180 Milliarden Euro! Neben diesen wirtschaftlichen Leistungen dürfen auch die Klima-, Naturschutz- und Wasserschutz- sowie die Erholungsleistungen nicht vergessen werden. Umso weniger ist es zu verstehen, dass die Forstwirtschaft in der Politik auch in der neuen Regierung anscheinend unbedeutend bleibt. Im Zuge der Regierungsneubildung hätte die Branche die Bezeichnung "Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten" verdient."

 

PFLANZENSCHUTZ

Magdeburg Eschensterben, Eichenprozessionsspinner, Kieferntriebsterben, Buchdrucker, Kiefernbuschhornblattwespe. "Über die Notwendigkeit des Pflanzenschutzes muss man die Öffentlichkeit aufklären. Wir haben aus diesem Grund einen Infofilm erstellt, um jedem zu verdeutlichen, dass gerade in der heutigen Zeit Pflanzenschutz im Wald eine echte und dringende Notwendigkeit  ist." So Dr. Ehlert Natzke, Geschäftsführer des WBVSachsen-Anhalt.

Film zum Pflanzenschutz/Waldschutz

 

Erheblicher Schaden durch "Die Friedensreiche"

Magdeburg Wer hat sich den Namen für einen Sturm reservieren lassen? Nach Schätzung hat "Friederike" einen Schaden von 1,5 Millionen Festmeter Holz verursacht. Es war der vierte Sturm in den letzten sieben Monaten, der große Bestände unserer Wälder schädigte. Nimmt man allein alle diese Stürme und die Hochwasser zusammen, dann reichen ein paar beruhigende Sätze über Waldumbau nicht mehr aus. Diese Einsicht führte am 26. 01. 2018 zu einem ersten Gespräch im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE). Vertreter des MULE, des Landeszentrums Wald (LZW), des Landesforstbetriebs (LFB), des Waldbesitzerverbandes und anderer Verbände erarbeiteten einen Maßnahmenkatalog, der zur Anwendung kommen soll. Für unseren Verband Anlass, umgehend nach dem Gespräch eine Rundmail an die Mitglieder zu versenden und die Pressemitteilung zu erstellen.

Link zur PM

25 Jahre AfL Sachsen-Anhalt

Die Arbeitsgemeinschaft forstlicher Lohnunternehmer (AfL) Sachsen-Anhalt e.V. informierte auf dem Landeserntedankfest in Magdeburg vor großer Kulisse über ihre Geschichte und ihr Leistungsspektrum. Eindrücke hiervon und mehr zur AfL sind eingestellt unter

https://youtu.be/_JSHWX-XNzM

 

Forstwirtschaft in Sachsen-Anhalt

Der erste Film der Reihe über Waldbau und Forstwirtschaft in Sachsen-Anhalt konnte auf dem Landeserntedankfest 2017 einem breiten Publikum vorgestellt werden. Weitere Filme sind eingestellt unter www.kulturmd.de > Themen > Forst.

 

Wir stehen früher auf

Unter diesem Slogan hatte unser Fachministerium seinen Internetauftritt modernisiert. Wir wollen den Slogan auch im Jahr 2018 nicht einfach so verschwinden lassen, bitten aber darum, dass er als Aufforderung von uns an die politischen Entscheider im Lande verstanden wird. Es ist schlimmer geworden; denn verstärkt plagen den Walbauern die Schäden, die der Biber im Wirtschaftswald anrichtet. Festzustellen ist, dass die Biberpopulation Dimensionen angenommen hat, die nicht mehr tragbar sind. Für die Wasser- und Bodenverbände nicht, für die Beitragszahler nicht  und schon gar nicht für den Wald. Der Slogan "Wald natürlich nutzen" wird dort fehlinterpretiert, wo er allen jeden Wald zur natürlichen Nutzung zur Verfügung stellt, nach dem Motto: Na dann mal ran an die Bäume lieber Meister Bockert. Die Bilder aus den Wirtschaftswäldern unserer Mitglieder machen es deutlich. Die Bilder von Biberschäden.

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Die „AGDW – Die Waldeigentümer“ vertritt die Interessen des Privat- und Kommunalwaldes gegenüber dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat, den Ministerien, der Wirtschaft, der Wissenschaft und auch in Gremien anderer Verbände.